
Neue Impulse aus Südtirol für den naturwissenschaftlichen Unterricht
Im Rahmen des Erasmus+-Programms hatten wir – Silke Gulden und Nadja Nyreröd – vor kurzem die Gelegenheit, für drei Tage das Realgymnasium und die Technologische Fachoberschule in Meran zu besuchen. Ziel dieses sogenannten „Job Shadowings“ war es, Einblicke in das Südtiroler Schulsystem zu gewinnen, neue methodische Ansätze kennenzulernen und den europäischen Austausch auf kollegialer Ebene zu stärken.
Herzlicher Empfang und kollegialer Austausch
Schon bei unserer Ankunft wurden wir außerordentlich freundlich empfangen. Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort zeigten sich sehr aufgeschlossen und entgegenkommend, was von der ersten Minute an eine konstruktive Arbeitsatmosphäre schuf. In intensiven Gesprächen tauschten wir uns über Lehrinhalte und moderne Unterrichtsmethoden aus – ein Dialog, von dem beide Seiten sichtlich profitierten.
Fokus Naturwissenschaften: Experimentieren im Fokus
Unser Hauptaugenmerk lag auf dem Fachbereich Naturwissenschaften, speziell auf der Biologie und Chemie. Besonders beeindruckt hat uns die hervorragende Ausstattung der Sammlungen. Ein echtes Highlight war das sogenannte „Stehlabor“: Ein speziell eingerichteter Raum, der von einem eigenen Laborassistenten betreut wird. Hier können die Schülerinnen und Schüler äußerst selbstständig experimentieren, was die Eigenverantwortung und die Freude am Forschen massiv fördert.
Auch methodisch gab es spannende Beobachtungen: In den meist experimentell ausgerichteten Stunden konnten wir das Modell des Co-Teachings erleben. Die Zusammenarbeit zweier Lehrkräfte in einer Klasse ermöglicht eine deutlich intensivere Betreuung der Lernenden, besonders während der praktischen Arbeitsphasen.
Schulorganisation und die Sonderstellung Südtirols
Neben dem Fachunterricht kam auch der Austausch besonders mit den Lehrkräften Frau Zeller und Herrn Kohlmayer über strukturelle Themen nicht zu kurz. In Gesprächen mit dem Schulleiter Herrn Augscheller und seinem Stellvertreter Herrn Prantl erfuhren wir viel über die besondere Stellung der deutschsprachigen Schulen in der Autonomen Provinz Bozen. Wir diskutierten über die spezifische Schulorganisation, die Gestaltung des Abiturs (Matura), Fortschritte in der Digitalisierung sowie gelebte Inklusion im Schulalltag.
Ein tierischer Bonus
Abseits von Laborgeräten und Lehrplänen gab es noch eine weitere Besonderheit, die unser Herz im Sturm eroberte: die beiden Schulhasen. Sie sind fester Bestandteil der Schulgemeinschaft und sorgen für eine ganz besondere, entspannte Atmosphäre im Schulgebäude.
Fazit: Europa verbindet
Wir kehren mit vielen wertvollen Impulsen für unseren eigenen Unterricht nach Hause zurück. Dieser Austausch hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der Blick über den Tellerrand ist. Erasmus+ ermöglicht es uns, voneinander zu lernen und die europäische Idee im Bildungsbereich lebendig zu gestalten. Wir bedanken uns herzlich bei unseren Gastgebern in Meran für diese bereichernde Zeit!
Silke Gulden und Nadja Nyreröd


