Viele Bücher warten auf ihn

Franz Weichselgärtner, stellvertretender Schuldirektor des Gymnasiums Neusäß, verabschiedet sich. Das Schuljahr 2013/14 war für ihn besonders hart.

Der Tag der Zwischenzeugnisse wird sein letzter Arbeitstag sein. Franz Weichselgärtner, der stellvertretende Schuldirektor des Justus-von-Liebig-Gymnasiums in Neusäß verlässt dann nach über elf Jahren die Stätte seiner Lehrtätigkeit und wechselt in den Ruhestand.

„Es war schön, hier zu arbeiten“, sinniert der 65-Jährige. Er wird seine Kolleginnen und Kollegen vermissen; insbesondere natürlich die Damen des Sekretariats – und deren tägliches Tablett mit Tee, das sie für ihn stets bereit hielten. „Das Arbeitsklima war wirklich sehr angenehm“, sagt der Pädagoge.

Im Februar 2004 wechselte Weichselgärtner an das Justus-von-Liebig-Gymnasium, zuvor war er 27 Jahre lang als Lehrer am Holbeingymnasium tätig gewesen. In seiner Zeit in Neusäß hat er gemeinsam mit der damaligen Schulführung die offene Ganztagsschule, hinter der ein ausgereiftes pädagogisches Kon-zept steht, mit aufgebaut. „Diese hatte dann innerhalb unseres Landkreises Vorreiterrolle“, freut sich Weichselgärtner rückblickend. Heute nutzen an seiner Schule über 100 Kinder von der fünften bis zur achten Klasse sehr erfolgreich diese Schulform.

Franz Weichselgärtner, stellvertretender Schulleiter des Justus-von-Liebig-Gymnasiums, geht in den Ruhestand.

Franz Weichselgärtner, stellvertretender Schulleiter des Justus-von-Liebig-Gymnasiums, geht in den Ruhestand.

Als eine „harte Zeit“ beschreibt der Stellvertreter des Direktors das Schuljahr 2013/14. Der Schulleiter wurde über einen längeren Zeitraum krank, bis zur Neubesetzung folgte eine längere Vakanz, die Weichselgärtner überbrücken musste. Dazu fielen noch einige Lehrkräfte komplett aus, deren Stunden durch die verbleibende Lehrerschaft aufgefangen werden mussten. Und: Es waren in diesem Jahr auch unzählige Lehrer-Beurteilungen zu schreiben. „Das war wirklich hart.“

Umso mehr freut sich der Pädagoge für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde, der mit seiner Familie in Göggingen lebt, nun darauf, nicht mehr jeden Tag um sechs Uhr aufstehen zu müssen. Und wieder ein bisschen mehr Zeit zum Lesen zu finden. Durch und durch leidenschaftlicher Germanist, erinnert er sich noch gern an eigene Deutsch-Referate, beispielsweise über Faust. Vielleicht wird er demnächst in diesem Werk mal wieder schmökern, oder aber auch bei Eichendorff. Oder ganz neue Bücher für sich entdecken.

„Ich muss zuerst einmal zu Hause vieles ordnen, dann finde ich sicher eine ganze Menge an Literatur, die mich interessiert“, freut sich Weichselgärtner, der mit der Schule über Konzerte und Veranstaltungen locker verbunden bleiben will.

(Foto Marcus Merk; Text Andrea Faber; Augsburger Allgemeine Zeitung: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Viele-Buecher-warten-auf-ihn-id32890172.html)